Europawahlen

Die Europäische Sonntagsallianz appelliert an die EU-Abgeordneten zur Förderung des arbeitsfreien Sonntags und menschenwürdiger Arbeit in der EU-Gesetzgebung

Brüssel 21.01.2014 - Im Hinblick auf die Europawahlen im Jahr 2014 hat die Europäische Sonntagsallianz heute in einer Konferenz im Europäischen Parlament, die 120 Teilnehmende versammelte, offiziell eine Verpflichtungserklärung für einen arbeitsfreien Sonntag und menschenwürdige Arbeit ins Leben gerufen. Die Verpflichtungserklärung soll europäische Politiker und Politikerinnen zur Förderung eines gemeinsamen wöchentlichen Ruhetags sowie eines Rechtsrahmen auffordern, der eine Struktur der Arbeitszeit auf dem Prinzip menschenwürdiger Arbeit nachhaltig sichert.

Die Verpflichtungserklärung besagt, dass ein arbeitsfreier Sonntag und menschenwürdige Arbeitszeiten « von größter Bedeutung für Bürgerinnen und Bürger sowie für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in ganz Europa (sind) und nicht notwendigerweise der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft entgegenstehen. 

 

STOPPT SONNTAGSARBEIT JETZT!

Europäische Sonntagsallianz appelliert an die Politiker Europas


Brüssel 03.03.2013 - Jeder dritte Europäer und jede dritte Europäerin muss regelmäßig Sonntagsarbeit verrichten, kritisiert die Europäische Sonntagsallianz. Nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) beträgt der Anteil an Sonntagsarbeit in den EU Mitgliedsstaaten 30 Prozent
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Mit dem Scheitern der Verhandlungen über die EU-Arbeitszeitrichtlinie in 2009 und im vergangenen Dezember hat sich die Gefahr verstärkt, dass flexible Arbeitszeiten und die damit verbundenen gesundheitlichen Gefährdungen zunehmen. Die Europäische Sonntagsallianz erwartet von einer bürgernahen europäischen Politik, dass Gesundheit und soziale Sicherheit aller Bürger gefördert werden. Dadurch wird soziale Kohäsion gestärkt. Europa ist nicht nur eine Wirtschafts- sondern auch eine Sozial- und Kulturgemeinschaft.

Soziale Spaltung Europas

Aus Anlass des Europäischen Tag des arbeitsfreien Sonntags am 3. März 2013 ruft die Europäische Sonntagsallianz alle Regierungen und Politiker dazu auf, sich gegen nicht nachhaltige Arbeitszeitmuster, wie unvorhersehbare Bereitschaftsdienste, unterbrochene Stunden, Schichtarbeit, unsoziale Arbeitszeiten wie Nacht- und Wochenendarbeit in den Mitgliedstaaten und auf EU-Ebene auszusprechen. Die Ökonomisierung der Sonn- und Feiertage verstärkt die soziale Spaltung auf Kosten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und ihrer Familien. Der gemeinsame wöchentliche Ruhetag ist ein klares und sichtbares Zeichen für die Vereinbarkeit von persönlichem, familiären und beruflichen Leben. Die Gesetze zum sozialen Schutz stehen insbesondere in den von der Wirtschaftskrise am meisten betroffenen Ländern. „Wir brauchen einen europaweiten Sonntagsschutz“ betont die Allianz, die sich aus kirchlichen, gewerkschaftlichen, arbeitgeberischen und zivilgesellschaftlichen Bewegungen zusammensetzt und 2011 in Brüssel gegründet wurde. Mit Blick auf das aktuelle Europäische Jahr der Bürgerinnen und Bürger macht die Europäische Sonntagsallianz auf den Sonntag als gemeinsamen Ruhetag aufmerksam, der den EU-Bürgerinnen und EUBürgern ermöglicht, ihre Bürgerschaft gemeinsam zu leben.

Europaweite Aktionen am 3. März 2013

Die Europäische Sonntagsallianz hat ihre Mitglieder und alle Bürgerinnen und Bürger zu Aktionen, wie besondere Aktivitäten, Gottesdienste und Infostände, am 3. März 2013, als dem Europäischen und Internationalen Tag des arbeitsfreien Sonntags aufgerufen, um gegen die Gefahr des Ausverkaufs des Sonntags als gemeinsamer, wöchentlicher Ruhetag als Teil unserer europäischen Geschichte auszusprechen.

AUFRUF FÜR DEN ARBEITSFREIEN SONNTAG

Erste Europäische Konferenz zum Schutz des arbeitsfreien Sonntags im Europäischen Parlament in Brüssel, 24. März 2010

 
Wir, die Unterzeichner, glauben, dass – im Prinzip – allen Bürgern der Europäischen Union das Recht auf einen arbeitsfreien Sonntag zukommt. Selbstverständlich schließt dies nicht Ausnahmen für die Bereitstellung notwendiger Dienste aus, noch berührt es die wichtige Rolle der Sozialpartner beim Aushandeln von Tarifverträgen.
 
Der Schutz des arbeitsfreien Sonntags ist von überragender Bedeutung für die Gesundheit der Arbeitnehmer1, die Vereinbarkeit von Beruf und Familienleben2 sowie für das Leben der Zivilgesellschaft insgesamt. Dieser gemeinsame wöchentliche Ruhetag stärkt den sozialen Zusammenhalt in unseren Gesellschaften3 – ein Zusammenhalt, der durch die gegenwärtige Wirtschaftskrise ernsthaft gefährdet ist.
 
Wir appellieren deshalb an die Staats- und Regierungschefs der 27 EUMitgliedstaaten, die sich morgen zu ihrem Frühjahrsgipfel treffen, dem wachsenden ökonomischen Druck zu widerstehen, Gesetze zum Schutz des arbeitsfreien Sonntags zu liberalisieren. Wir rufen sie auf, sich für den Schutz und die Förderung des arbeitsfreien Sonntags als eines Pfeilers des Europäischen Sozialmodells im Rahmen der jeweiligen nationalen Rechtsordnungen einzusetzen.
 
Wir appellieren an die Europäische Kommission, das Europäische Sozialmodell, welches von Millionen von Bürgern in ganz Europa herbeigesehnt wird, wirksam zu stärken. Insbesondere richten wir an die Europäische Kommission die dringende Bitte sicherzustellen, dass die Gesetzgebung der EU und die Regeln des Binnenmarktes den zentralen Stellenwert des arbeitsfreien Sonntags im Leben der Arbeitnehmer und der Gesellschaft als Ganzes garantieren und dass das Prinzip des arbeitsfreien Sonntags keinem neuen Druck ausgesetzt wird.
 
Wir appellieren an die Mitglieder des Europäischen Parlamentes zu gewährleisten, dass jegliche relevante EU-Gesetzgebung den Schutz des Sonntags als wöchentlichen Ruhetag für alle EU-Bürger respektiert und fördert.
 
Schließlich rufen wir alle europäischen Bürger dazu auf, eine künftige Bürgerinitiative zum Schutz des arbeitsfreien Sonntags zu unterzeichnen.   Wir sind zuversichtlich, dass die erste Europäische Konferenz zum Schutz des arbeitsfreien Sonntags der Startschuss für ein ständiges Kooperationsnetzwerk zwischen den Organisatoren und Unterstützern der Konferenz sein wird. Wir erwarten, dass diese Kooperation den Weg für die Gründung der ersten Europäischen Allianz für den Freien Sonntag ebnen wird.
 
Brüssel, den 24. März 2010
 
                                    
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass der arbeitsfreie Sonntag für die Gesundheit und für das Wohlbefinden der Arbeitnehmer wichtiger ist als jeder andere arbeitsfreie Wochentag. Sonntagsarbeit übt enormen Druck auf Arbeitnehmer und deren Familien aus. Sie begünstigt Burnout und führt zu Krankheit und Arbeitsabwesenheit. 2 Sonntags können Eltern und Kinder Zeit miteinander verbringen. Schulen sind an diesem Tag geschlossen. Gemäß der Jugendarbeitsschutzrichtlinie der EU ist der Sonntag bereits heute der EU-weit anerkannte wöchentliche Ruhetag für Kinder und Heranwachsende. 3 Der Sonntag stärkt den sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaften, da er es den Bürgern ermöglicht, am sozialen und assoziativen Leben teilzunehmen, sich kulturell und spirituell zu entfalten und ehrenamtlich zu engagieren.

Hannes Kreller

  • Bankkaufmann
  • Dipl. Sozialpädagoge
  • Dipl. Volkswirt

  • Referatsleiter Verbandsentwicklung
  • Leitung der KAB Geschäftsstelle München

    Außenvertretungen
  • Bundesvorstand und Vorsitzender ACA (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Arbeitnehmerorganisationen)
  • DAK-Gesundheit, stellv. Verwaltungsratsmitglied
  • Ehrenamtlicher Finanzrichter am Finanzgericht München
  • Netzwerk Allianz für den freien Sonntag – Deutschland
  • Netzwerk Allianz für den freien Sonntag – Europa

    Innerverbandlich
  • Mitglied (beratend) im KAB Bundesausschuss 
  • Mitglied (beratend) im KAB Bundesvorstand
  • Mitarbeit (beratend) in der KAB Bundesleitung
  • Geschäftsführung der Planungsgruppe "Imagekampagne"
  • Mitglied der Satzungskommission
  • Mitglied der „Steuerungsgruppe“

Themenbereiche

  • Zeitkultur  und ihre Bedeutung für eine gesellschaftliche Entwicklung
  • Gesellschaftliche Entwicklungen und deren Auswirkungen auf verbandliche Organisation
  • Verbandsorganisatorische Schwerpunkte 
  • Soziale Selbstverwaltung (Krankenkassen, Rentenversicherung, Berufsgenossenschaften) 
  • Vertretung der KAB Deutschlands in aktuellen sozialpolitischen Themen

Kontakt

hannes.kreller@kab.de
Tel.: +49 89-55254914

Adresse: KAB Deutschlands,
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