19.12.2017

EU-Sozialausschuss für gemeinsamen Ruhetag in Europa

Als wichtigen Schritt, den arbeitsfreien Sonntag in der EU-Arbeitszeitrichtlinie zu verankern, sieht die KAB Deutschlands in dem Paket „Work-Life-Balance“, das der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) vorgestellt hat.

„Die Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses zur Vereinbarkeit vom Berufs- und Privatleben erwerbstätiger Eltern und Betreuer könnte zur Steilvorlage für einen europaweiten arbeitsfreien Sonntag werden“, erklärt Hannes Kreller, KAB-Vertreter in der Europäischen Sonntagsallianz. Der Sozialpolitische Ausschuss des Europaparlaments betont, dass für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein „gemeinsamer Ruhetag in der Woche vorhanden sein muss. „Da der traditionelle christliche Sonntag in ganz Europa dieser wöchentlichen Ruhetag ist, muss dies auch festgeschrieben werden“, so Kreller.

Sonntagsschutz beinhaltet individuelle Freiheitsrecht

Die Europäische Sonntagsallianz hofft nach diesem eindeutigen Votum für einen Ruhetag, dass das Europäische Parlament sowie der Europäische Rat diese Überlegungen, wie sie auch in der Europäischen Sozialcharta verankert sind, für einen arbeitsfreien Sonntag übernehmen werden. „Der arbeitsfreie Sonntag könnte für Europa zum wichtigen Identitätsmerkmal werden“, hofft Hannes Kreller, da gleichzeitig im Sonntagsschutz nach dem deutschen Grundgesetz und dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts wichtige individuelle Freiheitsrechte verankern seien. KAB und die Allianz für den freien Sonntag laden für Montag, dem 18. Dezember ins Münchener Haus für Soziale Marktwirtschaft, wo der ehemalige Bundesverfassungsrichter Hans-Jürgen Papier die rechtlichen Grundlagen des Sonntagsschutzes erneut darstellen wird.