24.01.2018

Sonntagsarbeit nimmt stark zu

Sonntagsallianz 24.01.18 - Die Zahl der Beschäftigten mit sogenannten atypischen Arbeitszeiten hat in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren zugenommen. Zu den atypischen Arbeitszeiten  gehören überlange Arbeitszeiten sowie Schicht- und Sonntagsdienste.  2016 hatten rund 1,7 Millionen Menschen eine Stelle mit "überlangen" Arbeitszeiten und 9,1 Millionen arbeiteten am Wochenende. Regelmäßige überlange Arbeitszeiten von mehr als 48 Stunden pro Woche betrafen 2016 insgesamt 4,6 Prozent der 37 Millionen abhängig Beschäftigten in Deutschland. Gegenüber dem Jahr 2006 ist das ein Anstieg um 10,4 Prozent, wie aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Fraktion „Die Linke“ hervorgeht.

Deutlich angestiegen ist im Vergleich zu 2006 die Zahl derjenigen, die an Sonn- und Feiertagen arbeiteten. 2016 waren dies 5,1 Millionen Menschen - 13,9 Prozent aller Beschäftigten und 1,1 Millionen mehr als 2006. Hierbei ist die Quote der Frauen, die sonn- und feiertags arbeiten, mit 14,7 Prozent höher als die der Männer (13,2 Prozent). Auch die Quote bei den befristet Beschäftigten und Leiharbeitern liegt mit 15,6 und 15,3 Prozent über dem Schnitt. Die Linke-Abgeordnete Jutta Krellmann warnte: "Die Lebenszeit unterliegt immer stärker dem Zugriff der Arbeitgeber".Die Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit verschwimmen zunehmend. Es ist nicht akzeptabel, dass Flexibilität immer nur zu Lasten der Beschäftigten geht".