Allianz für den freien Sonntag

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2016....

Keine Sonntagsöffnung zur Buchmesse

Frankfurt, 24. Oktober 2016 - KAB und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di haben mit ihrer Klage an den Hessischen Verwaltungsgerichtshof erreicht, dass am vergangenen Sonntag die Geschäfte in der Frankfurter Innenstadt - geplant war eine Sonntagsöffnung zeitgleich zur Buchmesse - geschlossen blieben.

„Sonntagsschutz heißt Freiheitsschutz! Der Hessische Verwaltungsgerichtshof urteilte mit einer absoluten Klarheit für das Gemeinwohl, für die Gewährleistung des Sonntags als Ruhetag, als verbindlichen und für alle wahrnehmbaren Tag der seelischen Erhebung der Bürgerinnen und Bürger," freute sich KAB-Diözesansekretär Martin Mohr nach dem Erfolg. 

"Kommunikation und Kultur statt Kommerz und Konsum!"

Allianz fordert bundeseinheitlichen Schutz des arbeitsfreien Sonntags

Internationaler Tag des freien Sonntags am 3. März 2015

 
München 02. März 2015  Trotz einschlägiger Urteile oberster Bundesgerichte  – darunter auch die aktuellste Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts zur hessischen Bedarfsgewerbeverordnung – dem Schutz des Sonntags hohe Priorität einzuräumen, wollen Politik und Wirtschaft den arbeitsfreien Sonntag weiter aushöhlen. 
 
Sonn- und Feiertage entwickeln sich immer mehr zu normalen Arbeitstagen, Einkaufen rund um die Uhr wird zur Regel – mit negativen Auswirkungen auf das Privat- und Familienleben sowie das Gemeinwesen. Und das, obwohl die staatliche Schutzgarantie für Sonn- und Feiertage sogar Verfassungsrang genießt (Art. 140 GG). Schon jetzt arbeiten fast elf Millionen Erwerbstätige in Deutschland auch an Sonn- und Feiertagen – Tendenz steigend.  
 
Ausnahmen für Sonntagsarbeit umgehend bundeseinheitlich regeln  Der Sonntagsschutz fällt zu einem wichtigen Teil in die Zuständigkeit der Bundesländer, die allerdings untereinander in zunehmendem Standortwettbewerb stehen. Die Länderkonferenz höhlt aufgrund wirtschaftspolitischen Kalküls den Sonntagsschutz sukzessive aus. Der Bund muss die nach §10 Abs.1 Arbeitszeitgesetz zugelassene Sonn- und Feiertagsbeschäftigung auf das für die Daseinsvorsorge tatsächlich notwendige Maß beschränken und die Bedarfsgewerbeverordnungen der Länder durch eine Bundesbedarfsgewerbeverordnung ersetzen. Die Bemühungen des Länderausschusses für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI), bundesweit gültige Kriterien einzuführen, sind gescheitert. Ebenso hat sich eine Aufsicht auf der Ebene der Gemeinden beim Ladenschluss als wirkungslos erwiesen.  
 
Sonntagsschutzbericht einführen - EU Parlamentarier nehmen Stellung Bislang fehlen der Bundesregierung repräsentative Erhebungen zur Wirksamkeit des Sonntagsschutzes. Die Allianz für den freien Sonntag fordert deshalb einen regelmäßigen Sonntagsschutzbericht der Bundesregierung, der alle verfügbaren Daten zur Sonntagsarbeit bündelt und geeignete Sanktionen gegen Missbrauch des Sonn- und Feiertagsschutzes aufzeigt. Am morgigen europaweiten Aktionstag findet im Brüsseler EU-Parlament unter dem Titel "The key role of work-lifebalance for Europe´s sustainable future" ein Gespräch mit Vertretern der Allianz und EU-Parlamentariern statt.

Ansprechpartner: Hannes Kreller,  KAB Deutschlands  Tel: 0178/7722409 hannes.kreller@kab.de

27 deutsche Europakandidaten unterzeichnen “Pledge”

Parteiübergreifendes Votum für den  arbeitsfreien Sonntag in Europa

PRESSEMITTEILUNG  23. Mai 2014

Die European Sunday Alliance, ein Netzwerk von über 100 Einzelorganisationen aus 17 europäischen Ländern, forderte im Vorfeld der Europawahlen Kandidierende der verschiedenen Länder und Parteien auf, eine Selbstverpflichtung zum Sonntagsschutz zu unterzeichnen. Die Kandidaten erklärten damit ihre Absicht sicherzustellen, „dass die einschlägige EU‐Gesetzgebung einen gemeinsamen wöchentlichen Ruhetag für alle EUBürgerinnen und Bürger, im Prinzip den Sonntag, respektiert und fördert, um die Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu schützen und eine bessere Balance zwischen Familie, Privatleben und Arbeit zu gewährleisten.“ 


Die Unterzeichner werden auf www.europeansundayalliance.eu vorgestellt. Unter ihnen sind auch 27 Europapolitiker aus Deutschland. 11 Kandidierende von der SPD, 8 von CDU und CSU, 4 von den Grünen, 3 von der Linken und ein Kandidat der Freien Wählern haben den „Pledge“ der Sonntagsallianz unterzeichnet (s. alphabetische Übersicht S. 2).


In allen europäischen Ländern gibt es eine lange Tradition der Sonntagsruhe – sie ist eine europäische Kulturinstitution. In 16 der 28 EU-Mitgliedstaaten ist der Sonntag auch gesetzlich geschützt, in Deutschland sogar durch das Grundgesetz. In der Arbeitszeitrichtlinie der Europäischen Union fehlt der Sonntag hingegen. Die Richtlinie regelt zwar wöchentlich Höchstarbeitszeiten und Mindestruhezeiten, doch der Bezug zum freien Sonntag wurde nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs in den 90er Jahren gestrichen. 


Die europäische Sonntagsallianz macht insbesondere arbeitsschutzrechtliche und familienpolitische Argumente dafür geltend, dass der Sonntag wieder als regulärer, europaweit gültiger freier Tag in die EU-Arbeitszeitrichtlinie aufgenommen werden muss. Für ihr Ziel sucht sie weitere Unterstützer im Europäischen Parlament. 

Die deutschen UnterzeichnerInnen der europäischen Verpflichtungserklärung  für einen arbeitsfreien Sonntag und menschenwürdige Arbeitsbedingungen

Peter Alberts Düsseldorf 
 
MdEP Constanze Krehl Leipzig
 
MdEP Reinhard Bütikofer Schwerin
 
MdEP Bernd Lange  Hannover  

Fabio de Masi Berlin 
 
MdEP Sabine Lösing  Göttingen 

MdEP Ismail Ertug  Regensburg 
 
MdEP Thomas Mann Schwalbach 
 
MdEP Knut Fleckenstein Hamburg 
 
Maria Noichl Rosenheim

Siegfried Frank Wendelstein 
 
Gabriele Preuß Gelsenkirchen
 
MdEP Evelyne Gebhardt Künzelsau 
 
Dennis Radtke Bochum 
 
MdEP Sven Giegold Düsseldorf 
 
Norbert Anton Schnee Spaichingen

MdEP Thomas Händel  Fürth
 
MdEP Birgit Sippel Soest 
 
Barbara Haimerl Wald 
 
Dr. Joachim Schuster Bremen
 
Maria Heubuch Leutkirch im Allgäu
 
MdEP Dr. Thomas Ulmer Mosbach
 
Stefaan Jacobs Bremen
 
MdEP Axel Voss Bonn
 
MdEP Martin Kastler Nürnberg
 
MdEP Manfred Weber Wildenberg
   
MdEP Kerstin Westphal Schweinfurt

Europawahlen

 Die Europäische Sonntagsallianz appelliert an die EU-Abgeordneten zur Förderung des arbeitsfreien Sonntags und menschenwürdiger Arbeit in der EUGesetzgebung


 
Brüssel 21.01.2014 - Im Hinblick auf die Europawahlen im Jahr 2014 hat die Europäische Sonntagsallianz heute in einer Konferenz im Europäischen Parlament, die 120 Teilnehmende versammelte, offiziell eine Verpflichtungserklärung für einen arbeitsfreien Sonntag und menschenwürdige Arbeit ins Leben gerufen. Die Verpflichtungserklärung soll europäische Politiker und Politikerinnen zur Förderung eines gemeinsamen wöchentlichen Ruhetags sowie eines Rechtsrahmen auffordern, der eine Struktur der Arbeitszeit auf dem Prinzip menschenwürdiger Arbeit nachhaltig sichert.
 
Die Verpflichtungserklärung besagt, dass ein arbeitsfreier Sonntag und menschenwürdige Arbeitszeiten « von größter Bedeutung für Bürgerinnen und Bürger sowie für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in ganz Europa (sind) und nicht notwendigerweise der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft entgegenstehen. Gerade in Zeiten der sozioökonomischen Krise hat Gesetzgebung zur Ausdehnung der Arbeitszeiten auf den späten Abend, auf Nächte, Feiertage und Sonntage direkte Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten und auf kleine und mittlere Unternehmen. Wettbewerbsfähigkeit braucht Innovation, Innovation braucht Kreativität und Kreativität braucht Erholung! ». 
 
Mit der Unterzeichnung dieses Versprechens verpflichten sich die heutigen Mitglieder des EU-Parlaments und die Kandidaten für die kommenden Wahlen zum Europäischen Parlament dazu:
 
1. Sicherzustellen, dass die einschlägige EUGesetzgebung einen gemeinsamen wöchentlichen Ruhetag für alle EUBürgerinnen und Bürger, im Prinzip den Sonntag, respektiert und fördert, um die Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu schützen und eine bessere Balance zwischen Familie, Privatleben und Arbeit zu gewährleisten;
 
2.  Einzutreten für eine EUGesetzgebung, die nachhaltige Arbeitszeitmodelle nach dem Prinzip menschenwürdiger Arbeit gewährleistet, wovon sowohl die Gesellschaft als auch die Wirtschaft als Ganzes profitieren. 
 
Die Zweite Europäische Konferenz über den Schutz des arbeitsfreien Sonntags und für menschenwürdige Arbeit fand am 21. Januar 2014 im Europäischen Parlament (Brüssel) zur Sensibilisierung für die Verpflichtungserklärung und die Kernforderungen der Europäischen Sonntagsallianz statt. Die Konferenz wurde von den Mitgliedern des Parlaments Evelyn Regner (S & D) und Thomas Mann (EVP) gemeinsam mit der Europäischen Sonntagsallianz veranstaltet. 
 
Die Überwindung der Krise in Europa, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit sind die wichtigsten Anforderungen. Die Europäische Sonntagsallianz bekräftigt, dass Wettbewerbsfähigkeit und menschenwürdige Arbeit Hand in Hand mit einem gemeinsamen wöchentlichen Ruhetag gehen. Es bedarf Erholung um kreativ, innovativ und letztendlich wettbewerbsfähig zu sein. Die verschiedenen Diskussions- und Podiumsteilnehmenden waren der Ansicht, dass heute die EU und die Mitgliedstaaten die Gesundheit, Sicherheit, Würde eines jeden auf der rechtlichen Ebene wie auf der des alltäglichen Lebens schützen und die Balance zwischen Familie und privat Leben und Werk aufmerksam fördern sollten. Alle Menschen in der Europäischen Union hätten das Recht, von arbeitsfreien Sonntagen und menschenwürdigen Arbeitszeiten zu profitieren. Sonntagsschutz stärke den sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaften. Er verkörpere ein wertvolles Beispiel unseres Erbes, das als Grundpfeiler des Europäischen Wirtschafts- und Sozialmodells anerkannt werden sollte.
 

Pressekontakt : Johanna Touzel press@europeansundayalliance.eu  Tel: +32 (0) 2 235 05 15

Internationaler Tag des freien Sonntags am 3. März 2013

Erzbischof Zollitsch und Präses Schneider: Zeit zum Auf-Atmen


Am 3. März 2013 findet in Deutschland und mehreren EU-Staaten der ökumenisch getragene „Internationale Tag des freien Sonntags“ statt. Dazu hat die „Allianz für den freien Sonntag“ in Deutschland eine Arbeitshilfe herausgegeben, die mit Gottesdienstvorschlägen auf diesen Sonntag aufmerksam macht. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, rufen dazu auf, den Sonntag als freien Tag zu schützen und zu bewahren. Gemeinsam erklären sie: 
 
„Der ‚Internationale Tag des Freien Sonntags’ wurde in Anlehnung an das Datum, an dem Kaiser Konstantin der Große im Jahre 321 den Sonntag zum Ruhetag erklärte, auf den 3. März gelegt. In diesem Jahr fällt dieser Aktionstag auf einen Sonntag – Anlass für die ‚Allianz für den freien Sonntag’, in Gottesdiensten und verschiedenen Aktionen für eine Verbesserung des Sonntagsschutzes zu werben und auf den Wert der Sonntagsruhe aufmerksam zu machen. 
 
Als Vertreter der katholischen und der evangelischen Kirche in Deutschland unterstützen wir das Anliegen der Sonntagsallianz. Leider müssen wir feststellen, dass die Zahl derjenigen, die sonntags arbeiten, in Deutschland rasant und branchenübergreifend ansteigt. Dabei ist der Sonntag nicht nur für uns Christen eine heilsame Unterbrechung und damit das Gegenbild zur Ausrichtung des gesamten Lebens an Erfordernissen der Wirtschaft. In Zeiten einer zunehmenden Beschleunigung aller Lebensvorgänge, der Individualisierung der Lebensformen und der Verringerung des Stellenwertes der gemeinsamen freien Zeit brauchen wir eine wohltuende Atempause.  
 
Gott hat den Menschen den siebten Tag der Woche als Ruhetag geschenkt. Für Christen hat der Sonntag seine herausragende Bedeutung als Tag der Auferstehung Christi. Wir feiern den Sonntag als ‚Tag des Herrn’. Doch alle Menschen brauchen eine Zeit des Auf-Atmens, damit Körper, Geist und Seele zur Ruhe kommen können. Wir brauchen den Sonntag, damit wir Zeit für Familie, für Freunde und für uns haben. Der Sonntag bietet die Gelegenheit, eine Auszeit aus dieser pausenlosen ‚Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft’ zu nehmen. Der Sonntag macht deutlich: Arbeiten und Wirtschaften sind nicht alles im Leben.  
 
Der Schutz des Sonntags dient der Gesellschaft im Ganzen. Die Kirchen sehen ihren Auftrag darin, für eine Werteorientierung einzutreten und Mitverantwortung für das gesellschaftliche Zusammenleben zu tragen. Deshalb unterstützen wir das Anliegen, den Sonntag als wichtiges Element unserer Kultur zu stärken.“ 
 
Hinweise:  Die Broschüre finden Sie als Download unter www.dbk.de, www.ekd.de sowie auf der Homepage der „Allianz für den freien Sonntag“ unter www.allianz-fuer-den-freiensonntag.de.

Einen Bericht im Deutschlandfunk Kultur finden Sie hier:

 

 

Kirchlich-gewerkschaftliches Bündnis setzt sich für shoppingfreie Adventssonntage ein

München 23.11.2009 - In großen Teilen Deutschlands werden in der nahenden Adventszeit zahllose verkaufsoffene Sonntage veranstaltet. Die Allianz für den freien Sonntag startet dazu die Postkartenaktion „Am Adventssonntag bleiben die Läden zu“. Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts am 1. Dezember könnte dem Trend zur Sonntagsöffnung einen Riegel vorschieben. 

Der Advent, die einst besinnlichste Zeit des Jahres, ist seit langem zur kommerziellsten und hektischsten Zeit geworden. Selbst die Adventssonntage sind vielerorts keine Tage der Stille mehr. Seitdem der Ladenschluss vor drei Jahren Ländersache geworden ist, werden vor allem in Ostdeutschland verkaufsoffene Sonntage geballt im Advent veranstaltet. In Berlin, Brandenburg und Sachsen werden hierzu alle vier Adventssonntage benutzt. Aber auch in Westdeutschland sind verkaufsoffene Sonntage gesetzlich möglich. So dürfen die Kommunen etwa in Nordrhein-Westfalen einen Sonntag im Advent die Läden öffnen. In Bayern kann in diesem Jahr der 1. Advent verkaufsoffen sein.
 
„Die Ausdehnung des Weihnachtsgeschäfts auch noch auf die Adventssonntage bringt insgesamt nicht mehr Umsatz,“ so der ver.di-Fachgruppenleiter für den Einzelhandel, Ulrich Dalibor, „aber sie geht empfindlich auf Kosten des Verkaufspersonals und dessen Familien.“  Philip Büttner vom evangelischen Bündnispartner KDA kündigt dazu eine neue bundesweite Aktion der Sonntagsallianz an: „In denjenigen Städten, die in den nächsten Wochen Sonntagsshopping veranstalten, werden wir Adventspostkarten auf den Straßen verteilen, mit dem Appell, Weihnachtsgeschenke nur zwischen Montag und Samstag einzukaufen.“  Hannes Kreller von der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) setzt darüber hinaus Hoffnungen in das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu der Klage der Berliner Kirchen am 1. Dezember: „Es ist höchste Zeit, dass in Karlsruhe die Sonntagsruhe wieder gestärkt wird. Die Adventszeit sollten die Verfassungsrichter dabei besonders schützen.“

 

 

 

Ingolstädter Geschäfte bleiben sonntags geschlossen


Fulda 20.03.2009 - Seit dem Mai 2007 besteht das Ingolstädter Aktionsbündnis zum Schutz des freien Sonntages und hat in dieser Zeit schon einige Aktionen initiiert, die Sonn- und Feiertage als Phasen der Arbeitsruhe und Erholung für die Menschen in Ingolstadt zu bewahren. Dem Aktionsbündnis gehört die Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der Evang.-Luth. Kirche Kreis Ingolstadt (afa), die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK), der Arbeitnehmerpastoral im Bistum Eichstätt, die Caritas, der Dekanatsrat der Katholiken, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Diakonie, das Evang.-Luth. Stadtdekanat, die katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), das Katholische Stadtdekanat, der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern Regionalstelle Ingolstadt (KDA), die Gewerkschaft Ver.di und der VdK an.
 
Nun hat das Bündnis die Vertreter der Stadtratsparteien an einen Tisch geholt, um mit ihnen darüber zu sprechen, wie die Stadt Ingolstadt in Zukunft den Schutz des Sonntages gewähren will. Das Ergebnis: Auch weiterhin bleibt Ingolstadt die Ausnahme unter den bayerischen Großstädten und duldet keine verkaufsoffenen Sonntage. Damit sei, so Wilfried Maxim vom DGB Ingolstadt und Sprecher des Aktionsbündnisses, für die Menschen in der Stadt, die Familien, die Beschäftigten im Einzelhandel, die Kirchen, die Sportvereine und die Klein- und mittelständischen Betriebe viel gewonnen. Denn der Sonntag sei eine soziale Errungenschaft in einer Zeit ständiger Arbeitsverdichtung und als Tag der Ruhe, der Erholung und der Gemeinschaft unverzichtbar.


Überraschend einmütig bekräftigten alle Parteienvertreter den Ingolstädter Kurs forderten dazu auf, mit diesem Stück Ingolstädter Lebensqualität auch in den Gemeinden der Region 10 zu werben. 
Dr. Christian Lösel (CSU) versicherte, die Ingolstädter CSU-Fraktion sei grundsätzlich gegen verkaufsoffene Sonntage in der Stadt. Jedoch habe die CSU Verständnis für die Ingolstädter Unternehmer, die aufgrund der verkaufsoffenen Sonntage in umliegenden Gemeinden Wettbewerbsverzerrungen beklagen. Er forderte daher vor dem Hintergrund der Problematik regionaler Umsatzverschiebungen das Bündnis dazu auf, gemeinsam auch in anderen Gemeinden für den verkaufsfreien Sonntag zu werben und die Umlandkommunen von dem Stück zusätzlicher Lebensqualität für die Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die eine Stadt damit gewinne, zu überzeugen.
 
Veronika Peters von den Freien Wählern beteuerte, ihre Fraktion und sie persönlich werde den Sonntag ewig schützen und eine Preisgabe nicht zulassen. Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung gewinne der freie Sonntag zusätzlich an Bedeutung. Zeit und Zuwendung nicht nur für Kinder, sondern auch für die Pflege und Betreuung der Älteren sei nötig. Im Übrigen sei der freie Sonntag nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für Arbeitgeber schützenswert.
 
Dr. Manfred Schuhmann (SPD) erklärte, dieses Thema sei für die SPD dermaßen tabu, dass es in der Fraktion bislang noch nicht einmal diskutiert worden sei. Er wolle auch eine Lanze für die Sportvereine in dieser Stadt brechen, die eine bedeutende soziale Funktion hätten und dessen Aktivitäten selbstverständlich hauptsächlich am Sonntag stattfänden.
 
Angelika Wegener-Hüssen (Die Grünen) mahnte, der Stadtrat solle sich auch um ein Festchen herum nicht beschwatzen lassen, den Sonntag in Ingolstadt freizugeben. Viel zu lange sei man in dieser Frage in vielen Kommunen und beim sonntäglichen Semmelverkauf viel zu unaufmerksam gewesen und habe so ohne Not ein Stück geschätzter Sonntagskultur verloren.

 Jürgen Siebicke (Die Linke) schilderte, wie für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Verfügbarkeit über freie Zeit bei gleichzeitiger Arbeitsverdichtung durch ständige Flexibilisierung verloren gegangen sei und welche Probleme diese Entwicklung für die Freizeitgestaltung der Menschen mit sich bringe. Deshalb seien für seine Partei schon im Interesse der im Einzelhandel Beschäftigten und ihrer Familien eine Öffnung der Geschäfte am Sonntag sowie Aktionen wie das Dämmershopping völlig indiskutabel.
 
Auch ÖDP-Stadtrat Franz Hofmaier lehnte Sonntagsöffnungen generell ab, schon weil er Respekt davor habe, dass Menschen an der Ausübung ihres Glaubens nicht behindert werden. Auch er warb dafür, die umliegende Region für den Wert, den der Sonntag damit in Ingolstadt erhalte, zu begeistern. Ziel müsse es sein, das Gut des freien Sonntages in die Region hinauszutragen und damit einen dauerhaften Schutz – über Stadtgrenzen hinaus – zu erleichtern.
 
Die grippebedingt verhinderte Stadträtin Christel Ernst (FDP) hatte schon vorab telefonisch erklärt, sie stehe uneingeschränkt für das Ingolstädter Modell, am Sonntag den Verkauf ruhen zu lassen. Sie persönlich genieße den sonntäglichen Spaziergang durch die Innenstadt ohne Verkaufsständer und sehe darin für die Bürgerinnen und Bürger ein Gewinn.
 
Der Sprecher des Aktionsbündnisses, Wilfried Maxim, freute sich über so deutliche Worte und griff den Gedanken einer regionalen Initiative bereitwillig auf. Im Bündnis habe man es schon immer irritierend gefunden, mit welcher Verschämtheit Ingolstadt mit diesem Stück städtischer Lebensqualität umgegangen sei, statt mit diesem Standortvorteil zu werben. Er verabredete, dass das Aktionsbündnis mit Hilfe des Ingolstädter Stadtrates gerne einen Dialog mit den Kommunen der Region 10 organisiere, der das Ziel habe, in der Region die Sonntage zu schützen. „Meine Vision“, so Maxim, „ ist es, dass sich die Bürgermeister der Region zu einem freiwilligen Verzicht auf verkaufsoffene Sonntage bereiterklären, wenn sie sehen, dass sie sich vor dem Nachbarn nicht fürchten müssen, weil auch der die Sonntage zum Schutze der Menschen in seiner Gemeinde nicht preisgibt.“

 

 

 

 

Sonntagsschutz ist Lebensschutz!

Die Konferenz der Allianz für den freien Sonntag setzte in München ein Zeichen gegen die schrittweise Aushöhlung des Sonntagsschutzes

 
München 28.11.2007 - Über 130 Teilnehmende aus Deutschland, Österreich, Südtirol und der Schweiz kamen heute zur ersten Zeitkonferenz der Allianz für den freien Sonntag in die Evangelische Stadtakademie München, um über die Leitfrage „Abschied vom freien Sonntag? Handlungsmöglichkeiten und Perspektiven“ zu diskutieren. Vertreter aus kirchlichen und gewerkschaftlichen Organisationen, ebenso wie zahlreiche Betriebsräte aus dem Einzelhandel und Repräsentanten aus Wissenschaft, Jugendarbeit, Handwerk und Sport setzten damit ein gemeinsames Zeichen gegen die Ausdehnung der Sonntagsarbeit und die stete Zunahme verkaufsoffener Sonntage. 
 
Im Auftaktreferat stellte der renommierte Zeitforscher Karlheinz Geißler die Forderung auf, „Zeiträume zu bewahren, in denen das Prinzip ,Zeit ist Geld' außer Kraft gesetzt ist.“ Solle das kein frommer Wunsch bleiben, müsse die Politik Widerstand gegen die vereinheitlichenden Zeitdynamiken der globalisierten Marktwirtschaft leisten.
 
Dem stimmten die weiteren Podiumsgäste aus ganz unterschiedlichen Perspektiven zu. Peter Beer, Leiter des Katholischen Büros Bayern, stellte pointiert fest: „Sonntagsschutz ist Lebensschutz!“ Es gehe um „Gemeinschaft statt Isolation, um kulturelle und soziale Betätigung statt oberflächlichen Konsums, um Sinn- und Wertorientierung statt innerer Leere, um Gottesbezug statt übersteigerten Materialismus.“
 
Margret Mönig-Raane, stellvertretende Bundesvorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, beschrieb den Wert des Sonntags aus Sicht der VerkäuferInnen: „Ausruhen, entspannen, gemütlich frühstücken, den Tag langsam angehen lassen mit Familie, Freunden und Freundinnen – das ist Sonntag für Einzelhandelsbeschäftigte.“ 
 
Unverzichtbar ist der Sonntag auch aus der Perspektive mittelständischer Betriebe. Der Geschäftsführer des Bayerischen Handwerkstags, Lothar Semper, betonte: „Das bayerische Handwerk steht zum freien Sonntag als kulturelle Errungenschaft und als Tag der Erholung für Selbständige, ihre Familienangehörigen und Arbeitnehmer.“ Auch dürften mittelständische Familienbetriebe nicht durch unbegrenzte Ladenöffnungszeiten in Kaufhäusern, Supermärkten und Discountern aus dem Markt gedrängt werden. 
 
Für die Bundesvorsitzende der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung, Birgit Zenker, ist der Schutz der Sonntagskultur eine gesellschaftliche Grundfrage: "Der Sonntag zeigt uns, ob der Mensch in unserem kapitalistischen Wirtschaftssystem mehr ist als nur Produzent und Konsument. Wenn wir es nicht schaffen, den Sonntag als gesetzlich geschützten arbeitsfreien Tag zu halten, dann verlieren Ruhe und Muße ihren Wert an sich und sind ausschließlich in ihrer Bezogenheit zur Arbeitswelt zu sehen."
 
Im weiteren Verlauf der Tagung wurden die regionalen und überregionalen Handlungsmöglichkeiten der Sonntagsallianz diskutiert. Der 3. März jeden Jahres soll künftig, so die Absicht der Veranstalter, als „Internationaler Tag des freien Sonntags“ etabliert werden, an dem in ganz Deutschland und anderen Ländern öffentliche Aktionen und Gottesdienste stattfinden.
 
Die Allianz für den freien Sonntag ist eine gemeinsame Initiative kirchlicher und gewerkschaftlicher Organisationen. Sie bildet sich auf den Ebenen von Bund und Ländern sowie in zahlreichen Regionen und lädt Unterstützer aus allen gesellschaftlichen Bereichen ein, sich zu beteiligen.
 
Die Zeitkonferenz wurde veranstaltet von:
 
Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Katholische Betriebsseelsorge Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen (BVEA) Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt Bayern (kda) Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di)

Ansprechpartner
Philip Büttner Büro: 089/ 530737-33 Mobil: 0173/ 9071546
Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern
Schwanthalerstr. 91 80336 München
buettner@kdamuenchen.de www.kda-bay.de
 
 
www.sonntagsallianz-bayern.de www.allianz-fuer-den-freien-sonntag.de  

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