Allianz für den freien Sonntag

2020

Die Gesundheit der Beschäftigten im Handel schützen - Allianz für den freien Sonntag gegen Ausweitung der Ladenöffnungszeiten - Osterfeiertage dürfen nicht dem Konsum zum Opfer fallen

Sonntagsallianz 08.04.2020 - Die Allianz für den freien Sonntag dankt den Beschäftigten im Handel für ihren großen Einsatz, durch den sie in dieser angespannten Zeit die Versorgung der Bevölkerung mit allen lebenswichtigen Waren sicherstellen. Welche Bedeutung die Beschäftigten für die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens haben, wird einem großen Teil der Öffentlichkeit zunehmend bewusst.

Umso mehr halten wir es für bedenklich, wenn Beschäftigte durch eine Ausweitung der Arbeitszeiten weiterem Druck ausgesetzt werden. Wir begrüßen deshalb, dass u.a. BadenWürttemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz von Plänen Abstand genommen haben, den Geschäften die Öffnung an den Osterfeiertagen zu erlauben. Die Feiertage im Kreis ihrer Familie zu verbringen, haben sich die Beschäftigten mehr als verdient. Das muss auch für den Ostersonntag und -montag gelten! 

Als verantwortungslos empfinden wir, dass Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), öffentlich eine generelle Sonntagsöffnung des Einzelhandels „nach der Krise“ verlangt und das damit begründet, dass „Shoppen auch eine Freizeitaktivität“ sei. Der Arbeitgeberverband versucht, die Not und Ängste der Bürger auszunutzen, um einen erneuten Angriff auf den verfassungsrechtlichen Schutz des Sonntags vorzubereiten. Zugleich verweigert der HDE den Beschäftigten eine bundesweite Regelung zur Erhöhung des Kurzarbeitergeldes im Einzelhandel auf 90 Prozent, obwohl der reguläre Satz von 60 bzw. 67 Prozent nicht zum Leben reicht. Das macht deutlich, dass es mit der aktuell so sehr beschworenen Wertschätzung für die Beschäftigten im Handel nicht weit her ist.

Wir fordern Politik und Handel daher auf,

- die heutige Krisenzeit nicht für generelle Ausweitung von Ladenöffnungszeiten zu benutzen;

- die öffentliche Wertschätzung der Beschäftigten im Handel zu honorieren

- nicht nur heute und in Worten, sondern dauerhaft in Tarifverträgen.

Hintergrund:

Die Bundesallianz für den freien Sonntag (www.allianz-fuer-den-freien-sonntag.de) ist ein Zusammenschluss der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und Arbeitnehmerorganisationen der evangelischen und katholischen Kirche: Evangelischer Verband Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt (KWA), Bundesverband evangelischer Arbeitnehmerorganisationen (BVEA), Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA), Katholische Betriebsseelsorge.

Kontakt:

André Scheer, ver.di

andre.scheer@verdi.de

Tel. 030/6956-2726

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