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Stationärer Buchhandel ist gelebte Demokratie

02.10.2019 Sonntagsallianz - Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat heute 118 unabhängige und inhabergeführte Buchhandlungen mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet. Bei der Preisverleihung in Rostock würdigte sie Buchhändler als Verteidiger der Demokratie. „Die Bereitschaft, sich mit anderen Sicht- und Lebensweisen auseinanderzusetzen, nimmt ab. Angesichts dieser Entwicklung ist die Vielfalt in unseren Buchhandlungen ein Plädoyer für Gedankenfreiheit und Verständigung. Denn Bücher laden dazu ein, Dinge anders zu sehen. Wer liest, öffnet die eigene Weltanschauung für fremde Empfindungen, andere Erfahrungen und neue Erkenntnisse. Das macht Buchhandlungen zu Keimzellen unserer Debattenkultur und damit unserer Demokratie.“

In Hinblick auf die Konkurrenz durch monopolistische Online-Plattformen hob Monika Grütters die Stärken von inhabergeführten Buchhandlungen hervor: „Während die Algorithmen der Online-Händler sich auf Bestseller konzentrieren und Abweichendes eher ausblenden, lotsen die Buchhändler ihre Kunden durch geistiges Neuland. Buchhandlungen sind geistige Schatzkammern, die gerade außerhalb der Großstädte für eine kulturelle Grundversorgung sorgen.“

Der Deutsche Buchhandlungspreis wird 2019 zum fünften Mal verliehen. Die unabhängige Jury unter dem Vorsitz der FAZ-Literaturkritikerin Sandra Kegel hat in diesem Jahr die Gewinner aus insgesamt 467 eingereichten Bewerbungen ausgewählt.

Der mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 850.000 Euro dotierte Preis wird in drei Kategorien an Buchhandlungen verliehen, deren Jahresumsatz in den letzten drei Jahren unter einer Million Euro lag.

Die Gewinner erhalten ein Gütesiegel, verbunden mit Prämien in Höhe von jeweils 7.000 Euro, 15.000 Euro und 25.000 Euro. Zudem werden zehn Buchhandlungen, deren durchschnittlicher Umsatz in den letzten drei Jahren über einer Million Euro lag, mit einem undotierten Gütesiegel ausgezeichnet.

Der Deutsche Buchhandlungspreis wird kleinen, inhabergeführten Buchhandlungen verliehen, die ein anspruchsvolles und vielseitiges literarisches Sortiment oder ein kulturelles Veranstaltungsprogramm anbieten, innovative Geschäftsmodelle verfolgen oder sich im Bereich der Lese- und Literaturförderung für Kinder und Jugendliche engagieren.

Partner des von der Kulturstaatsministerin vergebenen Deutschen Buchhandlungspreises sind die Kurt-Wolff-Stiftung und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.  

Preisträger in der Kategorie „Beste Buchhandlungen“

In der Kategorie der „besten Buchhandlungen“ wurden drei Buchhandlungen jeweils mit einem Gütesiegel und einer Prämie in Höhe von je 25.000 Euro ausgezeichnet:

Buchhandlung Slawski, Buchholz
Buchstäbchen, Stuttgart
Taschenbuchladen, Freiberg


Preisträger in der Kategorie „Besonders herausragende Buchhandlungen“

Fünf Buchhandlungen erhielten eine Prämie in Höhe von jeweils 15.000 Euro verbunden mit einem Gütesiegel als „besonders herausragende Buchhandlungen“:

Art Goreliz, Görlitz
Buchhandlung Bornhofen, Gernsheim
Buchhandlung Markus, Gütersloh
jos fritz buchhandlung, Freiburg
Land in Sicht Buchladen Nordend, Frankfurt am Main


Preisträger in der Kategorie „Hervorragende Buchhandlungen“

Eine Prämie in Höhe von jeweils 7.000 Euro sowie ein Gütesiegel wurde in der Kategorie „hervorragende Buchhandlungen“ an 100 weitere Buchhandlungen vergeben:

Baden-Württemberg
Aegis Literatur Buchhandlung, Ulm
Buchhandlung Greif, Eberbach
Buchhandlung Mahr, Langenau
Buchhandlung Mayer, Isny
Buchhandlung Provinzbuch, Esslingen
Buchhandlung Schmidt, Schwäbisch Gmünd
Buchhandlung Taube, Marbach
Hassbeckers Galerie & Buchhandlung, Heidelberg
Kirchzartener Bücherstube, Kirchzarten
Quichotte - Literarische Buchhandlung, Tübingen

Bayern
Akademische Buchhandlung Knodt, Würzburg
blattgold literatur, München
Buchhandlung erLesen, Würzburg
Buchhandlung Genniges in Roth, Roth
Buchhandlung Javurek, Memmingen
Buchhandlung Ritzau, Pürgen
Buchhandlung Volkert, Sulzbach-Rosenberg
Buchladen am Kopernikusplatz, Nürnberg
Cactus Buchladen, Landau an der Isar

Berlin
Bücher am Nonnendamm
Buchhandlung Godolt
Buchhandlung Montag
Buchlokal
Die Buchkönigin
Marga Schoeller Bücherstube
prinz eisenherz buchladen
Prior & Mumpitz
Walthers Buchladen
Zabriskie - Buchladen für Kultur und Natur

Brandenburg
Buchhandlung Mayer, Finsterwalde
Buchhandlung Viktoriagarten, Potsdam
Buchladen und Antiquariat Fürstenwerder, Fürstenwerder

Bremen
Buchhandlung Mausbuch, Bremerhaven
Buchhandlung Storm, Bremen
Logbuch, Bremen

Hamburg
Buchhandlung Lüdemann
Buchhandlung Lüders
Buchhandlung Seitenweise
Felix Jud Buchhandlung

Hessen
autorenbuchhandlung marx & co, Frankfurt am Main
Bergen erlesen, Frankfurt am Main
Brencher Buchhandlung, Kassel
Buch-Café Nero39, Wiesbaden
Buchhandlung Lesezeichen, Darmstadt
Buchhandlung Zabel, Seeheim-Jugenheim
Buchladen am Markt, Offenbach
geschichten*reich, Seligenstadt
Hofbuchhandlung Vietor, Kassel
Kronberger Bücherstube, Kronberg
Literaturhandlung Paperback, Bad König
Ypsilon, Frankfurt am Main

Mecklenburg-Vorpommern
Buch- & Zeitschriftenhaus Eggesin, Eggesin
Buchhandlung Möwe, Rostock-Warnemünde
Buchhandlung Pofahl, Torgelow
littera et cetera, Schwerin

Niedersachsen
Annabee Buchladen, Hannover
bücherwurm Kinder- und Jugendbuchladen, Braunschweig
Buchhandlung Hoffmann, Achim
Buchhandlung Moller, Bad Lauterberg im Harz
Buchhandlung Steuber, Wolfenbüttel
C. J. Müller's Buchhandlung, Rotenburg (Wümme)
Schaumburg, Stade

Nordrhein-Westfalen
Agnes-Buchhandlung, Köln
Buchhandlung Baudach, Köln
Buchhandlung Böttger, Bonn
Buchhandlung Der Wunderkasten, Münster
Buchhandlung Gottschalk, Leverkusen
Buchhandlung Krein, Neunkirchen
Buchhandlung Musial, Recklinghausen
Buchhandlung Ute Hentschel, Burscheid
Buchhandlung WortReich, Kerpen
Buchladen Eulenspiegel, Bielefeld
Buchladen Neusser Straße, Köln
Buchsalon Ehrenfeld, Köln
Bunt Buchhandlung, Köln
Der andere Buchladen Köln, Köln
Goethe & Hafis Buchhandlung und Verlag, Bonn
Parkbuchhandlung, Bonn
Stiftsbuchhandlung Maschmann, Nottuln
Zweitbuch - Lesen & lesen lassen, Oberhausen

Rheinland-Pfalz
BiNO Bücher in Nieder-Olm, Nieder-Olm
Buchhandlung Berens, Adenau
Buchhandlung Leseratte, Bad Kreuznach
der buchladen Wissen, Wissen/Sieg
Nimmerland Kinderbuchhandlung, Mainz
 
Saarland
Buchhandlung und Antiquariat Hahn, Kirkel-Limbach
der buchladen, Saarbrücken
Drachenwinkel, Dillingen/Saar

Sachsen
Buchhandlung Bücherwurm, Grimma
lesensart Buchhandlung, Dresden
Richters Buchhandlung, Dresden
SeitenBlick, Leipzig
Buchhandlung Universitas, Chemnitz

Sachsen-Anhalt
Buchhandlung Gebecke, Quedlinburg
Buchhandlung Jacobi & Müller, Halle (Saale)

Schleswig-Holstein
Buchhandlung Almut Schmidt, Kiel
BUCHSTABE, Neustadt in Holstein
Prosa - Der Buchladen, Lübeck

Thüringen
Buchhandlung am Markt, Hildburghausen
C. Strecker, Christliche Buch- und Kunsthandlung, Mühlhausen


Preisträger mit einem undotierten Gütesiegel

Zusätzlich wurden folgende Buchhandlungen mit einem undotierten Gütesiegel geehrt:

Baden-Württemberg
Buchhandlung Beidek, Müllheim
Buchhandlung Straß, Baden-Baden

Bayern
Buchladen Neuer Weg, Würzburg

Hamburg
Kurt Heymann Buchzentrum

Hessen
Bücherinsel, Dieburg

Niedersachsen
Bücher Wenner, Osnabrück
Lünebuch, Lüneburg

Nordrhein-Westfalen
Bücherstube in Sankt Augustin, Sankt Augustin
Buchhandlung v. Mackensen, Wuppertal

Saarland
Buchhandlung Raueiser, Saarbrücken

 

 

Nicht lesenswert: Wie die Stiftung Lesen den Buchhandel zerstört

"Märchenhafte" Stiftungskampagne zieht weiter Kreise -

Börsenverein prüft Mitgliedschaft in der Stiftung Lesen

29.09.2019 Sonntagsallianz - Es klingt fast wie im Märchen: Der Amazon-Konzern wollte sich gemeinsam mit der Stiftung Lesen anläßlich des Weltkindertages von seiner mildtätigen Seite zeigen - und verschenkte gemeinsam mit Buchhandelskonzernen eine Million Kinderbücher. Unterstützt von "Trash-TV" Prominenz wie Birgit Schrowange, Frauke Ludowig, Nazan Eckes und Olivia Jones als Lesebotschafterinnen.

Das Buch enthält unter dem Titel "Es war einmal - Neue und klassische Märchen" 16 Erzählungen, darunter elf der Gebrüder Grimm.   Das Buch erschien im Imprint Tinte & Feder des Verlags Amazon Publishing. "Die liebevoll illustrierte Sammlung mit elf Klassikern der Brüder Grimm, ausgewählt und kommentiert von je einem prominenten Lesebotschafter, sowie fünf neuen Märchen, wird ab dem 20. September als gedrucktes Buch, eBook und Hörbuch verfügbar sein", freute sich die Stiftung Lesen. Doch die Bücher entpuppten sich als trojanisches Pferd. Neben der vorzüglichen PR für Amazon, Kinder und Eltern als Neukunden zu generieren, wurden auch gleich massenweise Daten abgegriffen. Denn wer das Buch haben wollte, musste im Tausch persönliche Informationen abgeben. Dazu Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen: "Wir möchten allen Eltern – auch jenen mit wenig Vorleseerfahrung – zeigen, wie einfach sie Geschichten in den Familienalltag integrieren und so die Weichen für einen erfolgreichen Bildungsweg ihrer Kinder stellen können.“

„Die Abende, an denen mir meine Eltern Märchen vorlasen, liegen Jahrzehnte zurück. Und doch haben sich mir die Geschichten von damals eingeprägt als wäre es gestern gewesen“, erklären Amazon-Manager wie José Chapa. "Wie Schneewittchen in den Wald flieht, oder Hänsel und Gretel zurück nach Hause finden: Diese Geschichten erinnern mich an das gemeinsame Lesen mit den Eltern – was für mich immer eine Reise in neue Wirklichkeiten bedeutet. Wir freuen uns, zusammen mit der Stiftung Lesen Familien gemeinsame Bücherzeit zu schenken.“ Und Manager Pedro Huerta meint:  „Märchen entführen Kinder in neue Welten, verzaubern und regen die Fantasie an. Erwachsene können mit „Es war einmal“ einen neuen Einblick in längst bekannte Texte gewinnen und bei den modern interpretierten Geschichten schmunzeln.“

Börsenverein spricht von belastetem Verhältnis

Kleine Buchläden,  Autorinnen und Autoren und Verlage sind fassungslos. Die Verlagsgruppe Beltz hat ihre Mitgliedschaft in der Stiftung Lesen gekündigt. Auch der Vorstand des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels hat sich in einer Sitzung am 25.9.19 über die weitere Zusammenarbeit mit der Stiftung beraten. Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenveins: "Deutschland braucht eine strategisch ausgerichtete Leseförderung, die auch vorhandene Institutionen und Initiativen bündelt. Die Märchenbuchaktion der Stiftung Lesen in Kooperation mit Amazon war für uns Anlass, die Arbeit der Stiftung Lesen hinsichtlich Wirkung, Vorgehen und Kooperationspartner zu analysieren. Der Vorstand stellt fest, dass die Art und Weise der Durchführung der Aktion das Verhältnis zur Stiftung Lesen belastet. So ist das Konzept unter Leseförderungsgesichtspunkten zweifelhaft, ebenso wie die nicht erfolgte flächendeckende Einbeziehung des Buchhandels von Anfang an.

Für eine weitere Mitgliedschaft im Stifterrat der Stiftung Lesen ist für den Börsenverein Voraussetzung, dass tatsächlich Kooperation im Sinne von Information und Abstimmung stattfindet. Da der aktuelle Vertrag zwischen Börsenverein und Stiftung Lesen bis zum Jahresende 2021 läuft, wird der Verband die verbleibenden zwei Jahre nutzen, um zu prüfen, ob und wie sich eine Verbesserung der Kooperation mit der Stiftung Lesen erreichen lässt.

Wir erwarten von der Stiftung Lesen insbesondere, dass sie die Buchbranche künftig frühzeitig in geplante Bücheraktionen einbezieht und die lesefördernde Kraft des stationären Sortiments nutzt. Daran mangelte es in der Vergangenheit meist. Die Stiftung Lesen hat mehrfach Bücheraktionen durchgeführt, die den stationären Buchhandel nicht mit eingebunden haben, und damit einen wesentlichen Erfolgsfaktor solcher Aktionen ausgeklammert."

Online-Handel: Umwelt- und Volkswirtschaftskosten dramatisch

Die Forschungsgruppe Retourenmanagement an der Uni Bamberg hat den Retourentacho 2018/2019 ausgewertet

Er bietet objektive Einblicke in zentrale Kennzahlen des Retourenmanagements im deutschen E-Commerce.


Die wesentlichen Erkenntnisse in Stichpunkten:

  • Im Jahr 2018 wurden in Deutschland schätzungsweise 280 Mio. Pakete und 487 Mio. Artikel retourniert.

  • In Deutschland wurde 2018 im Durchschnitt etwa jedes sechste ausgelieferte Paket (16,3 %) und jeder achte bestellte Artikel (12,1 %) zurückgeschickt.

  • Ein retournierter Artikel verursacht im Mittel Kosten in Höhe von 11,24 € (5,67 € Transportkosten + 5,57 € Bearbeitungskosten), eine Retourensendung Kosten in Höhe von 19,51 € (9,85 € Transportkosten + 9,66 € Bearbeitungskosten).

  • Als relevanteste Kostentreiber nennen die Teilnehmer die Porto-/Transportkosten (80,9 %), den Wertverlust bei Artikeln, die sich nicht mehr als A-Ware verkaufen lassen (45,5 %), die Sichtung und Beurteilung der Artikel (33,8 %) sowie die Retourenvereinnahmung/Identifikation der Artikel (30,9 %).

  • Die Umweltwirkung der Retouren beläuft sich 2018 geschätzt auf 238.000 Tonnen CO2-Äquivalente (CO2e). Dies entspricht in etwa der Umweltwirkungen von täglich 2.200 Autofahrten von Hamburg nach Moskau (Annahme: 150 g CO2e/km). Der Anteil der Retouren am Gesamtausstoß in Deutschland (laut BMU 906,8 Mio. t CO2e) ist trotzdem sehr gering (0,0262 %).

    Alle Ergebnisse der Studie finden Sie hier

    Kontakt zum Leiter der Forschungsgruppe

    Otto-Friedrich-Universität Bamberg
    Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insb. Produktion und Logistik
    Dr. Björn Asdecker
    Feldkirchenstraße 21
    96052 Bamberg
    Tel: 0951 / 863 25 21
  • info@retourenforschung.de

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Maria Etl, KAB Bundesvorsitzende

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